Beize vollständig abkühlen
Warme Beize erhöht die Temperatur des rohen Fleisches. Deshalb die gekochte Marinade erst vollständig abkühlen lassen und Fleisch, Beize sowie Gefäß während der gesamten drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Dieser rheinische Sauerbraten verbindet zart geschmortes Rindfleisch mit einer kräftigen, süß-säuerlichen Sauce. Die kalte Beize braucht drei Tage Zeit; am Kochtag übernimmt der Bräter nach dem Anbraten den größten Teil der Arbeit.
Warum dieses Rezept funktioniert
Sauerbraten lebt nicht von komplizierter Technik, sondern von einer kalten, aromatischen Beize und geduldigem Schmoren. Das Fleisch bleibt drei Tage vollständig von Rotwein, Essig, Gemüse und Gewürzen bedeckt. Vor dem Anbraten wird es sehr gründlich getrocknet, damit echte Röstaromen entstehen. Im Ofen gart der Braten anschließend sanft, bis das Bindegewebe weich ist. Aachener Kräuterprinten binden die passierte Sauce; Rosinen und wenig Zuckerrübensirup runden ihre Säure ab, ohne den Fleischgeschmack zu überdecken.
Kochrezept
Rheinischer Sauerbraten wird drei Tage in Rotwein, Essig, Wurzelgemüse und Gewürzen gebeizt. Danach schmort das Rindfleisch langsam in einer ausgewogenen Printen-Rosinen-Sauce.
Rotwein, Rotweinessig und Wasser mit Zwiebeln, Möhren, Sellerie und der Gewürzmischung in einem Topf aufkochen. 5 Minuten leise köcheln lassen, anschließend vollständig auf Kühlschranktemperatur abkühlen lassen. Die Beize darf nicht warm über das rohe Fleisch gegossen werden.
Das Fleisch in ein enges, säurefestes Gefäß aus Glas, Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff legen und mit der kalten Beize samt Gemüse bedecken. Verschlossen 72 Stunden im Kühlschrank marinieren und einmal täglich mit sauberem Besteck wenden. Das Fleisch muss dabei vollständig benetzt bleiben.
Am Kochtag das Fleisch aus der Beize heben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen und auffangen, das Gemüse ebenfalls aufbewahren. Das Fleisch mit Küchenpapier rundum sehr gründlich trocknen und erst jetzt salzen. Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Butterschmalz in einem schweren, ofenfesten Bräter erhitzen. Das Fleisch darin rundum 10 bis 12 Minuten dunkelbraun anbraten, auch an den schmalen Seiten. Anschließend herausnehmen. Eine trockene Oberfläche und ausreichend Hitze sind für eine kräftige Sauce entscheidend.
Das abgetropfte Gemüse im Bratfett 8 bis 10 Minuten kräftig rösten. Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten. Mit 500 ml aufgefangener Beize ablöschen, den Bratensatz lösen und alles 2 Minuten sprudelnd kochen. Rinderfond zugießen und das Fleisch wieder einlegen; die Flüssigkeit soll etwa bis zur halben Höhe des Bratens reichen.
Den Bräter schließen und auf die mittlere Schiene stellen. Das Fleisch 2,5 bis 3 Stunden schmoren und nach der Hälfte der Zeit wenden. Nach 2,5 Stunden mit einer Fleischgabel prüfen: Sie soll ohne starken Widerstand in den Braten gleiten. Falls nötig, weitere 15 bis 30 Minuten garen.
Den Braten herausheben und abgedeckt 15 Minuten ruhen lassen. Den Schmorfond durch ein feines Sieb in einen Topf passieren und überschüssiges Fett abschöpfen. Zunächst 60 g zerbröselte Printen und die Rosinen einrühren, 10 Minuten sanft köcheln lassen und die Bindung prüfen. Restliche Printen nur bei Bedarf ergänzen. Mit wenig Zuckerrübensirup, Salz und Pfeffer süß-säuerlich ausbalancieren. Das Fleisch quer zur Faser in Scheiben schneiden und kurz in der heißen Sauce erwärmen.
Küchenwissen
Warme Beize erhöht die Temperatur des rohen Fleisches. Deshalb die gekochte Marinade erst vollständig abkühlen lassen und Fleisch, Beize sowie Gefäß während der gesamten drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Nasses Fleisch dünstet im Bräter und bleibt grau. Die Oberfläche gründlich trocken tupfen, den Bräter stark erhitzen und den Braten erst wenden, wenn sich eine braune Kruste gebildet hat.
Printen und Rosinen bringen bereits Süße mit. Zuckerrübensirup deshalb erst nach dem Einkochen teelöffelweise ergänzen. Eine gute Sauerbratensauce schmeckt kräftig und süß-säuerlich, aber nicht wie Dessert.
Varianten
Die Werte sind Richtwerte und können je nach verwendeten Zutaten, Marken, Portionsgröße und Zubereitung leicht abweichen.
Häufige Fragen
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