Lebensmittelsicherheit & Außer-Haus-Essen

Streetfood nahe Schulen: Umgebung war in neuer Studie ein deutlicher Risikofaktor

Eine Studie aus Bangladesch fand E. coli und Salmonellen deutlich häufiger in Snacks aus belasteten Schulumfeldern. Die Zahlen sind lokal, die Hygienefragen allgemein relevant.

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Symbolbild: Abgedeckte Streetfood-Schalen mit Servierzange, Wasserbehälter und Handwaschplatz vor einem unscharfen Schultor
Symbolbild: Abgedeckte Streetfood-Schalen mit Servierzange, Wasserbehälter und Handwaschplatz vor einem unscharfen Schultor

Eine am 17. Oktober 2026 veröffentlichte Studie untersuchte 210 verzehrfertige Lebensmittelproben von Verkaufsständen im Umkreis von 200 m um 30 Grundschulen in einer Stadt in Bangladesch. Je 105 Proben stammten aus Gebieten mit höherem oder niedrigerem Umweltrisiko. E. coli und Salmonellen wurden in den stärker belasteten Umfeldern deutlich häufiger nachgewiesen.

Wie die Risikozonen definiert wurden

Als höheres Risiko galten Schulen, die höchstens 500 m von möglichen Kontaminationsquellen wie Abwasser, Tiermärkten, Schlachtaktivitäten oder schlecht behandeltem Abfall entfernt lagen. Vergleichsgebiete waren mindestens 1.5 km von solchen Quellen entfernt. Die Proben wurden von November 2025 bis Februar 2026 gesammelt.

Kulturverfahren und PCR bestätigten die Bakterien. Die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika wurde mit dem Kirby-Bauer-Test geprüft. Das Design kann Zusammenhänge zeigen, aber nicht beweisen, welcher einzelne Weg die Keime auf ein bestimmtes Lebensmittel brachte.

Die Unterschiede waren groß

Insgesamt waren 89 von 210 Proben, also 42.4 %, mit mindestens einem Zielkeim belastet. E. coli fand sich in 41 Proben beziehungsweise 19.5 %, Salmonellen in 57 Proben beziehungsweise 27.1 %. Einige Proben enthielten daher beide Zielgruppen.

In Hochrisikogebieten lagen die Nachweise bei 34.3 % gegenüber 4.8 % für E. coli, 41.0 % gegenüber 13.3 % für Salmonellen und 66.7 % gegenüber 18.1 % für mindestens einen Zielkeim. Auch nach statistischer Anpassung blieb das belastete Umfeld deutlich mit Kontamination verbunden.

Antibiotikaresistenz verschärft die Einordnung

Alle getesteten Isolate waren gegen Amoxicillin resistent. Mehrfachresistenzen traten bei Salmonellen häufiger auf als bei E. coli. Das bedeutet nicht, dass jede Person nach dem Verzehr erkrankt; es zeigt aber, warum Lebensmittel-, Umwelt- und Resistenzüberwachung gemeinsam gedacht werden sollten.

Die Studie ist auf ein städtisches Gebiet in Bangladesch begrenzt. Klima, Infrastruktur, Speisen, Verkaufspraxis und Kontrollsysteme unterscheiden sich stark zwischen Ländern. Die Prozentwerte dürfen deshalb nicht auf deutsche Schulwege, Märkte oder einzelne Stände übertragen werden.

Praktischer Blick auf verzehrfertige Speisen

  • Stände bevorzugen, die Speisen abdecken und saubere Zangen oder Handschuhe verwenden.
  • Heiß angebotene Speisen wirklich heiß und kalte Speisen durchgehend kühl wählen.
  • Wasserquelle, Handwaschmöglichkeit und Trennung von Geld und Lebensmitteln beachten.
  • Bei ungewöhnlichem Geruch, langer Standzeit oder sichtbarer Verschmutzung verzichten.

Wer lieber selbst vorbereitet, findet unter Rezepte nach Mahlzeit und Rezepte nach Zutaten passende Ideen. WHO und BfR empfehlen saubere Hände und Flächen, getrennte rohe und gegarte Lebensmittel, ausreichendes Erhitzen sowie sichere Temperaturen.

Fazit: Hygiene beginnt nicht erst am Verkaufsstand

Die Untersuchung verbindet Kontamination klar mit dem weiteren Schulumfeld und nicht nur mit einer einzelnen Zubereitungshandlung. Abwasser, Abfall, Tierkontakte, Wasserqualität, Kühlung und Schulgesundheit gehören zusammen. Für Verbraucher bleibt eine Sichtprüfung hilfreich, kann einen unsichtbaren Keimnachweis aber nicht ersetzen.

Quellen

Autor: Kochzauber Redaktion. Aktualisierung: 18. Oktober 2026. Die lokalen Studiendaten lassen sich nicht als Belastungsquote für andere Länder oder einzelne Verkaufsstände lesen.

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